Arztbesuch: Revolution im Wartezimmer

(Quelle: Neues Volksblatt/Christoph Steiner)

Software zeigt Anzahl der anwesenden Patienten und geschätzte Dauer bis zum Termin

Auch wenn böse Zungen behaupten, es gäbe Leute, die nur zum Arzt gehen, um sich im Wartezimmer mit anderen  Leuten zu unterhalten, so gibt es doch eine Menge Personen, die die Wartezeit vor dem Termin so kurz wie möglich halten wollen. Genau für diese Zielgruppe haben die beiden HTL-Absolventen Julian Lindinger (21, Perg) und Dominik Hackl (20, Bad Zell) ihre „Waity- “-Software entwickelt. Diese ermöglicht in Echtzeit zu überprüfen, wie viele Personen sich gerade im Wartezimmer aufhalten und mit welcher ungefähren Wartezeit zu rechnen ist, wenn man sich nun in die  Warteschlange einreiht. „Gekommen ist Julian die Idee, als er selbst lange warten musste, ehe er aufgerufen wurde   und in dieser Zeit auch niemand mehr nach ihm gekommen ist“, erklärt Hackl im VOLKSBLATT-Gespräch die Anfänge  ihres Unternehmertums. Die Logik dahinter ist einfach, ich informiere vor dem Arzttermin online auf www.waity.at über die Wartezeit und entscheide für mich selbst den optimalen Zeitpunkt.

Patientenzählung erfolgt automatisch

Für die  teilnehmenden Ärzte ist das Programm ein zusätzlicher Nutzen ohne viel Aufwand. Denn seit dem Start des ersten  Prototyps haben die beiden Tüftler das Programm schrittweise weiterentwickelt. Musste in der Erstversion die  Sprechstundenhilfe die Zahl der wartenden Patienten noch manuell per Mausklick nachjustieren, verfügt die Software mittlerweile über eine Schnittstelle zur e-card, die Übermittlung erfolgt automatisch. „Seit Oktober 2016 sind wir auch Teil des MidTech-Förderprogramms von Tech2b und befinden uns weiterhin im Aufbauprozess“, erklärt Hackl.

2000 Nutzer pro Monat

Derzeit sind zehn Ärzte bei Waity registriert, 2000 Nutzer zählt man auf der Seite pro Monat. Nun  geht es für das Start-up darum, eine entsprechende Größte zu bekommen, man bemüht sich weitere Mediziner von der Teilnahme zu überzeugen. Für die Ärzte schlägt sich die Nutzung der Software mit 50 Euro im Monat zu Buche, neben der Verbesserung der Auslastung des Wartezimmers verspricht das Unternehmen aber auch die entsprechende Online-Präsenz mit Angabe der Öffnungszeiten oder der Adresse.

Das Waity-Team Lindinger und Hackl (kl. Bild, v. l.) will das Wartezimmermanagement perfektionieren. (Foto: Bilderbox, waity)

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