Helden von Heut'

[Quelle: CHEFINFO STARTUP]

SPIELT ALLE STÜCKELN: OKTAV
Das Unternehmensziel ist äußerst ambitioniert: „Wir wollen das Spotify für Musiknoten werden“, bringt es Gründer David Kitzmüller auf den Punkt. Kitzmüller spielt selbst Klavier und kennt das Problem: „Das Üben macht halt meistens keinen Spaß, weil auch die Abwechslung fehlt. In Österreich fängt jedes zweite Kind mit einem Musikinstrument an, aber nur 6 % der Erwachsenen spielen ein Instrument. Es geben also viele auf.“ Deshalb sorgt Oktav für Abwechslung – und das in dem Land mit der höchsten Musikschuldichte weltweit: „Die Kunden bezahlen eine Flatrate von 9,9 Euro pro Monat und können so viel Notenmaterial nutzen, wie sie wollen.“ Der Clou: „Es gibt alle Stücke auch für das jeweilige Können.“ Vorerst ist das Service nur für Klaviernoten – „25 % aller Musikschüler lernen Klavier“ – erhältlich, wird aber kontinuierlich ausgebaut. Dabei gelang Oktav ein wahres Kunststück: „Innerhalb von einem Jahr hatten wir sämtliche Rechte von Warner Music“, schildert Co-Founder Toni Loung. Selbst die Giganten der Branche glauben also an ein oberösterreichisches Startup.

QUALITÄTSBESCHLEUNIGER: SYMFLOWER
Evelyn Haslinger und Markus Zimmermann haben sich schon als Studienkollegen den Kopf darüber zerbrochen, wie man teure, aufwendige und langwierige Softwaretests beschleunigen könnte. „Diese Softwareprüfungen erfolgen nach wie vor händisch. Das ist extrem zeitaufwendig und birgt das Risiko von menschlichen Fehlern“, schildert Zimmermann. Ihr Unternehmen Symflower hat diesen Prozess nun auf den Kopf gestellt. „Wir ermöglichen eine vollautomatische Qualitätssicherung. Dadurch hat der Programmierer wieder mehr Zeit für komplexere Arbeiten.“ Bisher ist man weitestgehend ohne Förderungen ausgekommen, ist aber mit der Aufnahmein das tech2b „Scale-Up“-Programm auf der Überholspur. „Symflower soll schon bald eine selbsttragende und wachsende Firma werden“, schließt Haslinger.

AU REVOIR TRISTESSE: SLIDE LIZARD
Wer kennt das nicht: Unendliche Powerpoint-Vorträge, bei denen völlig uninspiriert Folie um Folie abgespult wird. SlideLizard bringen nun Abwechslung in die Powerpoint-Welt. „Durch unsere Software wird Powerpoint interaktiv“, erzählt Gründer Daniel Amerbauer. Der Vortragende lädt sich die Software herunter, die sich direkt in Powerpoint einbettet und kann zahlreiche Features nutzen. „Das Publikum kann etwa während des Vortrages Fragen stellen, die der Vortragende direkt oder später beantworten kann. Er bekommt dadurch auch Feedback, wie er seine Präsentation künftig besser machen kann.“ Weiters können während der Präsentation die Zuseher voten, wenn der Vortragende etwa spontan die Meinung im Publikum abfragen will. „Es gibt noch unzählige weitere Funktionen. Der Vortragende kann seine Folien freigeben und im Anschluss an den Vortrag automatisch an jene verschicken, die seine Folien brauchen.“ SlideLizard ist als Freemium-Modell konzipiert. Einfache Funktionen gibt es gratis, für professionelle Anwendungen muss man ab Mitte 2018 zahlen.

GOOD NEWS: CHATVISOR
Schon ein Jahr vor ihrer Gründung experimentierten die Chatvisor-Gründer an ihrem Startup. „Anfangs beschäftigten wir uns mit Bot-Themen, waren damit aber auf einem Irrweg. Nichtsdestotrotz erkannten wir in der Recherchephase schnell das Potenzial des Facebook- Messengers für Unternehmen“, schildert Gründer Mathias Holzinger. Mit Chatvisor haben Firmen nun die Möglichkeit, Newsletter über den Messenger zu versenden. Die Argumente von Chatvisor sind dabei eindrucksvoll: „Wir haben eine Öffnungsrate von 95 %, also 95 % der Adressaten öffnen den Newsletter, bei E-Mail-Lettern beträgt diese Rate gerade einmal 20 %.“ Der potenzielle Kundenkreis ist unerschöpflich: „Unternehmen, Medien, Handelshäuser, Veranstalter, Vereine, eigentlich alle, die auf Facebook aktiv sind.“ Aktuell bedienen die Chatvisor-Gründer Enterprise- Kunden: „In Zukunft ist aber auch eine günstigere Lösung für kleinere Organisationen geplant“, verrät Holzinger.

FINANZEN EN BLOCK(CHAIN): FINNOQ
Eine Suchmaschine für Finanzberater inklusive sämtlicher Kommunikationstools wie Onlinevideoberatung, das stand ursprünglich im Zentrum von Finnoq. Die beiden Gründer Georg Felber und Florian Kögl kamen aus der Finanzindustrie und stießen dadurch schon frühzeitig auf die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie. Plötzlich kam eine völlig neue Dimension ins Spiel: „Derzeit arbeiten wir an einem neuen Geschäftsmodell, nämlich der Finanzberatung mit dem Einsatz von Blockchain-Technologien“, verrät Patricia Wenigwieser von Finnoq.
Damit bekommt der Kunde nicht nur Zugriff auf einen Berater, sondern kann auf die Erfahrung von Tausenden Usern zurückgreifen, da die Blochchain-Technologie dezentral organisiert ist. Statt intransparenten Verträgen und subjektiver Beratung wird auf diesem Weg: „schwindendes Vertrauen in Finanz und Versicherungsunternehmen behoben.“ Das Potenzial des „nächsten großen Ding“, der Blockchain, zu nutzen, ist da: „Wir werden daher mit Sicherheit internationale Reichweite erreichen.“

Foto: Oktav

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