kpibench: Linzer Start-up macht Maschinenparks im Rekordtempo transparent

(Quelle: Factory)

Was bringt Linz an der Donau und Marne an der Nordsee auf eine Linie? Ein spannendes Projekt stellte den Draht zwischen der norddeutschen Boyens direct mail und dem Linzer Start-up kpibench her. Wie das geschah? Boyens hat sich auf hochveredelte Direct Mailings spezialisiert und stellt über 250 Millionen Werbeaussendungen jährlich her. Mit 18 Maschinen, davon zehn mobil, produziert das Unternehmen Mailings mit Auflagen von 2.000 bis 12 Millionen Sendungen. Das erfordert viel Überblick und perfekte Kontrolle über ständig wechselnde Produktionslinien. Das zu erreichen, war bislang sehr aufwändig, bis sich die Wege mit kpibench kreuzten.

In Echtzeit auf Kontrollkurs fahren
Im Zuge eines Lean-Management-Projektes hat kpibench für Boyens eine Lösung entwickelt, die automatisiert und in Echtzeit alle relevanten Betriebs- und Maschinen-Performanz-Daten der Direct-Mailing-Produktion liefert. Grundgenug für Boyens-Qualitätsmanager Tom Sass, schon nach wenigen Wochen mit kpibench der Vergangenheit nicht mehr nachzutrauern: „Bislang gab es nur händische Aufzeichnungen in Form von Tagesarbeitszetteln über die Produktionsabläufe. Dabei war nicht sicher, ob ein Mitarbeiter die Anzahl der Maschinenstopper und Fehler richtig kategorisiert.“ Die Suche nach den Fehlerursachen wurde oft erst viel später vorgenommen, so der Quality-Experte kritisch im Rückblick, dafür begeistert im Blick auf Gegenwart und Zukunft: „Im Gegensatz dazu haben wir heute exakte Aufzeichnungen in Echtzeit.“ Das bringt viel, so Sass: „Wir wissen genau, wann und wo ein Fehler aufgetreten ist, wie lange Produktions-Ausfallzeiten und Maschinen-Aufrüstzeiten dauern.“

Mechanismen mit Voraus-Blick
Aber das Wichtigste ist für Tom Sass der umfassende, schnelle Kontrollaspekt: „Wir können dank kpibench jedes Aggregat, ob mobil oder fest verbaut, beobachten und präventiv agieren“, und er bringt das Projekt auf den Punkt: „Wir haben die gesamte Produktion auf einen Blick.“ Bei den Präventivmaßnahmen geht es aber nicht nur darum, Fehler frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Es gilt, den Output zu maximieren und Lieferzeiten genau einzuhalten. Dabei hilft exakte Analyse, durch Darstellung und Ansicht der Engpässe wird der Durchsatz definiert – und auch gesteuert. Nutzungs und Leistungsgrad sind dabei die wichtigsten Kennzahlen für die Effizienz. Nicht nur Tempo bestimmt aber die Effizienz, es läuft ja die Kuvertieranlage grundsätzlich langsamer, wenn mehrere Teile in eine Versandhülle konfektioniert werden. „Die Leistung ist in dem Fall niedriger als bei Standardsendungen“, erläutert Tom Sass, „aber die ausfallfreie, durchgehende Nutzung ist dabei umso wichtiger.“ Falls ein geplanter Output nicht erreicht wird, so weiß das Qualitätsmanagement nun genau, so Sass, „ob technische Probleme die Ursache der mangelnden Effizienz sind oder ob im Materialfluss Verzögerungen aufgetreten sind“. Und man weiß, wo gegenzusteuern ist.

Wirkung greift wirklich schnell
Da die Installation der kpibench-Lösung an einem Arbeitstag und leicht möglich ist, kann sie von einem Techniker des Unternehmens auch eigenständig durchgeführt werden.

Entscheidend ist dabei die spezifische Definition des Stillstandkatalogs, hier werden je nach Maschinenkonfiguration die unterschiedlichen Aggregate hinterlegt. Für rasche Problemreaktion und -behandlung sind fünf Haupt-Fehlerkategorien definiert – die jeweils in Unterkategorien ihre Verdichtungen beinhalten. Vorteil dabei: Es ist möglich, immer exakt zu erkennen, welches Aggregat Probleme macht – und die entsprechenden Ausfallzeiten werden angezeigt. Über Touchpad kann der Maschinenführer alle Abläufe aufzeichnen und quittieren. Maschinendaten werden von der kpibench über eine API-Schnittstelle ebenso ausgelesen wie die Auftragsdaten. Das schärft nicht nur die Analyse des Rückblicks, sondern auch die Voraussicht: Bei der täglichen Produktionsplanung um sechs Uhr morgens werden die Daten der vergangenen 24 Stunden vollautomatisch ausgewertet und entsprechende Maßnahmen für die kommenden drei Schichten gesetzt. Und genau das macht den Benefit der Linzer Innovation aus: „Wir wissen Bescheid über die Einrichtezeiten, den Produktionsverlauf, Stillstandzeiten sowie über jegliche Wartezeit – ob produktions-, lieferanten- oder kundenbedingt“, fasst Tom Sass den Effizienzeffekt zusammen, „standardisierte und exakte Informationen liefern nicht nur für die technische Abteilung relevante Daten, sondern ebenso für die Produktionsleitung und die Kapazitätsplanung.“

kpibench.com auf einen Blick:

  • Bezeichnung: kpibench.com
  • Was: SaaS-Lösung, die eine Echtzeit-Analyse aller Maschinenzustände, Produktivitäts-Statistiken pro Maschine und über verteilte heterogene Linien hinweg Detail-Analysen bietet.
  • Besonders weil: So sind Maschinen-Stopps oder Energieverbrauch pro Maschine und Fehleranalyse-Drill-Down inkl. Betriebs- und Maschinen-Datenerfassung Export (BDE, MDE) an ERP-System (u.a. SAP, Navision) erfass- und auswertbar.

Zum Auftraggeber Boyens direct mail:
Boyens direct mail – ehemals normpack GmbH – steht seit vielen Jahren für Zuverlässigkeit und das breite Leistungsspektrum eines klassischen Lettershops. Darüber hinaus ist Boyens direct mail auf die industrielle Fertigung hochgradig individueller und außergewöhnlicher Mailingkonzepte spezialisiert. Bei Boyens direct mail arbeiten über 100 Mitarbeiter, das Unternehmen bewegt sich kontinuierlich auf Wachstumskurs. Zu den Kunden zählen u. a. Banken, E-Commerce, Handel, Verlage und Werbeagenturen.

Zum Auftragnehmer kpibench.com:
kpibench.com ist ein Linzer Start-up, das eine smarte und effiziente Out-of-the-box-Lösung bietet, um die Maschinen-Performance automatisiert 24 x 7 zu monitoren, Produktionsausfälle in Echtzeit zu analysieren und Stillstands- und Wartungszeiten zu reduzieren. Damit wird Mitarbeitern in Produktion, Wartung und Qualitätssicherung ermöglicht, die Maschinenauslastung zu optimieren und die Produktionskapazität kontinuierlich zu verbessern.

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