Von Ozenriesen und Schnellbooten ...

[Quelle: CHEFINFO STARTUP]

Die Symbolik ist deutl ich: Ein Ozeanriese,der im Hafen liegt. Ein Sinnbild der Industrie,stark und groß genug, um selbststürmischem Wetter zu trotzen und ausdauernd genug, um die Weltmeere zudurchkreuzen. Startups hingegen sind die Schnellboote, die klein und wendig vor allem mit Geschwindigkeit punkten. Beide zusammen ergeben eine Synergie, die riesiges Potenzial hat.

PIER4 hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu den jeweils passenden Riesen die schnellen Beiboote zu finden. Dabei ist eine Initiative entstanden, die in dieser Form weltweit einzigartig ist. Markus Manz, Geschäftsführer von tech2b und Initiator von PIER4 führt das Sinnbild weiter: „Die Industrie lässt kleinere Unternehmen an sich andocken.“ Neun große, international tätige Unternehmen – wie AMAG, Elin, GE Healthcare, Energie AG, Primetals, MIBA, Lenzing, TGW und Fabasoft – gehen als Pioniere voran, als Finanzierungspartner ist die RLB an Bord, die Rechtsgeschäfte übernimmt Herbst Kinsky. Die geballte Kraft dieser Unternehmen hat einen Run ausgelöst. „Das Interesse ist enorm. Eigentlich war geplant, dass wir erst 2019 erweitern, nun wird die nächste Runde schon dieses Jahr stattfinden.“

KOOPERATION STATT ANNEXION
Dabei ist das Ziel klar gesteckt: „Unsere Partner wollen am Erfolg eines Startups partizipieren, sie wollen Startups sicher nicht annektieren. Das wäre nicht nachhaltig.“ Die großen Flaggschiffe nutzen die Kreativität der schnellen Beiboote und können diese wiederum mit ihren Möglichkeiten unterstützen, etwa im Vertrieb. „Die Kooperation mit den großen Strategen schafft eine schnellere Skalierung.“ Immer mehr Unternehmen spüren die Notwendigkeit, sich Inputs von außen zu holen. Manz hat dafür eine einleuchtende Erklärung: „Konzepte wie Vorschlagswesen, KVP und Co. sind veraltet. Mit diesen Instrumenten holt man in einer digitalen Welt kaum noch einen Innovationsvorsprung heraus. Radikale Innovationen kommen heute fast nur mehr von außen.“

GLOBALES STARTUP-SCOUTING
tech2b als Organisator der Initiative wird bei der Suche nach passenden Partnern in einem breit gespannten Themenfeld von KI über IT-Sicherheit bis hin zu E-Mobilität und Sensorik oft auch regional fündig. Ist kein passendes regionales Startup verfügbar, so weitet tech2b die Suche über ihr internationales Netzwerk aus. Philipp Kinsky, Gründungspartner von Herbst Kinsky, kennt beide Welten gut und begrüßt daher die Initiative: „PIER4 ist eine logische Konsequenz unserer jahrzehntelangen Praxis im Startup-Bereich. Nun nehmen wir unsere Rolle als Brückenbauer zwischen der Corporate-Welt und der Startup- Welt auch von Oberösterreich aus wahr.“

DER BLICK VON AUSSEN
Das „Out of the Box“-Denken, also jenes ohne Scheuklappen, ist für die meisten großen Unternehmen ausschlaggebend für die Teilnahme: „Die Kooperationen, mit Startups neue Wege zu gehen, schafft jenen Kick der Innovationskraft, die neue Perspektiven öffnet“, schildert Werner Steinecker, Generaldirektor der Energie AG, die Motivation zur Teilnahme.

Markus Manz sieht dabei keine Einbahnstraße, denn: „Auch die Innovationskraft der Industrie hat eine Sogwirkung auf die Startup-Szene.“ Neben dem Zugang zu professionellen Tools und Netzwerken bedeutet die Kooperation mit der Industrie für Startups auch ein Stück Sicherheit. Wer anstatt im Keller heimlich und anonym an einer Innovation bastelt, mit den Größen der Industrieszene zusammenarbeitet, hat definitiv ein besseres Standing und kann Referenzen generieren. Umgekehrt sieht Manz, dass: „Ein Startup seinen eigenen Spirit hat und so Innovationen heben kann, auf welche Industriebetriebe nie gekommen wären.“ Dabei ist es unerheblich, ob ein Startup aus derselben Branche kommt. „Alleine der Blick von außen kann Innovationen auslösen.“ Deshalb lichten die Partnerbetriebe und ihre Partner-Startups bereits den Anker und machen sich gemeinsam auf eine erfolgreiche Reise in unbekannte Gefilde.

Foto: Fotostudio Eder/Linz

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